Montag, 7. April 2014

Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 1

Als ich letzte Woche in meinem Aufreger der Woche von meinem verstorbenen Fernseher berichtete, kam mir die Idee, doch mal eine gründliche Bestandsaufnahme all meiner elektrischen Haushaltsgeräte zu machen - und dabei wirklich kritisch zu hinterfragen, ob ich sie brauche und wie oft ich sie tatsächlich schon benutzt habe.

Retter in allen Lebenslagen

Solche Haushaltshelferlein werden einem ja auf Schritt und Tritt angeboten - nicht nur im Elektromarkt, sondern auch bei den Angeboten namhafter Drogermärkte, im Supermarkt, als Geschenk für ein Zeitschriftabo, im Discounter, damals bei Teleshopping *grusel*, einfach überall. Billig, praktisch, und ohne dieses Gerät ist man nahezu lebensunfähig oder zumindest eine ganz, ganz schlechte Hausfrau - wenn man der Werbung glauben mag.

Quelle: allgemeinbildung.ch

Und es gibt ja wirklich nichts, was es nicht gibt. Lasse ich mir bei Amazon alle Haushaltsgeräte auflisten, kommen Must-Haves wie Staubsauger und Bügeleisen, aber genauso auch Exoten wie Popcornmaschinen, Messerschärfer, Cake Pop-Maker und elektische Flaschenöffner. Schöne, bunte Elektrowelt.

Braucht man das wirklich?

Die Frage sollte man sich ab einem gewissen "Fuhrpark" wirklich stellen. Nicht nur, dass die Geräte Geld kosten, sie rauben auch Platz, entpuppen sich nach erstmaliger Benutzung als unpraktisch, sind schwer zu reinigen oder gar komplett funktionsuntüchtig, oder sie sind am Ende sogar noch gefährlich, weil aus Preisgründen keine hitzeisolierenden Oberflächen oder Sicherheitsabschalter eingebaut wurden. Am Ende bleibt nur teurer und unnützer Elektroschrott.

Am besten überlegt man natürlich schon vor dem Kauf, ob man das Gerät wirklich braucht. Dazu sollte man ehrlich zu sich sein und sich ein paar Fragen stellen:
  1. Wie oft nutze ich das Gerät?
  2. Brauche ich weiteres Zubehör oder besondere Zutaten? (Küchenmaschine)
  3. Wenn es Zubehör gibt: Wie leicht lässt es sich besorgen? (Spezialgeschäfte, nicht mehr unterstützte Auslaufmodelle)
  4. Kann ich auch ein anderes Gerät dafür zweckentfremden bzw. die Aktion auch von Hand erledigen? (Crepe-Maker vs. Pfanne)
  5. Erfüllt es die gängigen Sicherheitsnormen?
  6. Birgt es eine Verletzungsgefahr? (heiße Oberflächen, ungeschützte Klingen)
  7. Lässt es sich platzsparend verstauen?
  8. Wie einfach geht die Reinigung? Bin ich bei Handarbeit am Ende sogar noch schneller? (elektrischer Entsafter)
  9. Kann man das Gerät in hochwertigerer Ausführung auch mieten? (Schokobrunnen)
  10. Wenn ich es unbedingt haben muss: Kann ich es auch gebraucht kaufen?
  11. Wird es eventuell günstiger, wenn ich noch ein paar Monate warte? (Trends, neue Technologien)

Eine Bestandsaufnahme

Auch ich bin von solchen Wundermaschinchen leider nicht ganz verschont geblieben *schluck* Hätte ich mir die Fragen oben früh genug gestellt, würden vermutlich ein paar Geräte fehlen, aber ich würde ihre Abwesenheit nicht wirklich spüren.

Deshalb habe ich eine gründliche Inventur gemacht, mit der ich am Ende entscheiden will, welche Geräte ich unbedingt brauche und welche ich vielleicht verkaufen oder verschenken kann, weil sie nur Platz rauben und absolut sinnfrei sind.

Fangen wir also mal ganz gemächlich an, mit Dingen, die eigentlich (fast) jeder hat, nämlich im

Wohnzimmer:
  • Laptop 1: Mein Reisenotebook, klein und leicht. Damit schreibe ich, höre Musik, surfe - brauche ich täglich
  • Laptop 2: Großer 17-Zöller von der Uni, günstig abgekauft. Wird hauptsächlich zum Arbeiten bzw. für Onlinebanking genutzt, da der Kleine einen spiegelnden Monitor hat, den das TAN-Gerät nicht verträgt - brauche ich  1 x Woche
  • Tower PC:  Das Monster in meinem Rechner-Fuhrpark. Stark und mit großer Platte, aber leider auch mit hungrigem Netzteil. Deshalb dient er fast nur noch als Backup - brauche ich 1 x pro Monat
  • Monitor: Essentiell, um den Tower zu betreiben. Wird von daher genauso oft (bzw. wenig) genutzt wie der Computer - brauche ich selten
  • Router: Na ja, erklärt sich von selbst: kein Router, kein Internet - brauche ich täglich
  • Hi-Fi-Anlage: Wenn ich schon nicht Fernsehn schaue, will ich wenigstens Musik hören - brauche ich täglich
  • Xbox 360: ohne Fernseher natürlich so nützlich wie ein Rührlöffel ohne Topf - brauche ich (mittlerweile) gar nicht
  • Super Nintendo: Ja, ja, die Konsolen. Mein Groschengrab in meiner Jugend. Aus nostalgischen Gründen gebe ich sie nie und nimmer her. Wirtschaftlich also ein Totalschaden, aber irgendwas Unnützes muss man ja auch haben, oder? - brauche ich gar nicht
  • Playstation 2: Begründung siehe oben
  • Nintendo 64: Begründung siehe ebenfalls oben ;-)
  • Gamecube: Na, jetzt hört's aber auf. Wird ja schon fast peinlich hier, so als Game-Messie ...
  • D-LAN: Um die Konsole nicht über WLAN zu betreiben, ziehe ich den Netzanschluss über das Stromnetz. Da die Konsole aber nicht genutzt wird, brauche ich auch die Adapter nicht mehr - brauche ich gar nicht --> verzichtbar!
  • Nähmaschine: Müsste ich mich für maximal 3 Geräte entscheiden, die Singer wäre dabei. Ohne sie kann ich nicht leben, punkt - brauche ich absolut täglich

So viel schon mal bis hierhin. Im nächsten Teil schnuppern wir dann mal in die Küche - dort wimmelt es ja bekanntermaßen nur so vor elektrischen Helferlein, die das Kochen einfacher, bequemer und besser machen sollen.

Ob dem so ist? Fortsetzung folgt ;-)

Kommentare:

  1. Solche "Schätzchen" hat bestimmt jeder irgendwo im Fundus. Erst Objekt der Begierde, so wie beim Sohn damals der "Sandwichmaker", der rund um die Uhr heiß lief und dann irgendwann uninteressant wurde. Bei mir hält es sich jedoch in Grenzen, den Jogurthbereiter benutze ich nicht sehr regelmäßig, das wäre so ein Exemplar, worauf man auch verzichten könnte.. ;-) Liebe Grüße, Regine

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    1. Hallo Regine,
      ach ja, der Sandwichmaker ... Den habe ich auch. Sogar als Triple-Gerät, wenn schon, denn schon ;-) Funktioniert der Joghurtbereiter denn so, wie er sollte? Mit so einem Gerät hatte ich auch seeehr lange geflirtet.
      In der Kücheninventur wird es lustig - besonders in den unteren Schränken, wo man sich hinknien und reinlinsen muss. Da verstecken sich die lichtscheuen Biester ja besonders gern *g*
      LG, Saranesu

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  2. Hallo Saranesu!

    Ich hatte auch so ein paar Schätze, aber das meiste habe ich aufgrund meiner "Plastikentsorgungsaktion" im Internet verkauft.

    Das hat voll viel freien Platz gebracht und damit bin ich wirklich sehr glücklich. Im Nachhinein würde ich vieles nicht mehr kaufen.

    Man braucht viel weniger als man denkt!

    lg
    Maria

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    1. Hallo Maria,
      stimmt, es gibt ja tatsächlich kaum Geräte ohne Plastik - insofern trennt man sich unweigerlich von den meisten, wenn man Plastik ausmistet.

      Und brauchen ... brauchen tut man wirklich nur seeehr wenig. Man schaue nur mal in Heimatmuseen, wie wenig Utensilien es da gab. Und trotzdem stemmte man damit (nicht gerade kleine) Haushalte.

      LG, Saranesu

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  3. Meine Bestandaufnahme habe ich vor kurzem ebenfalls hinter mich gebracht - und war auch recht überrascht. Wenn man sich alles noch einmal bewusst vor Augen führt, sieht man vieles in einem anderen Licht...

    Bügeleisen sind ein Must-Have? Ich hab noch nie eins besessen, obwohl ich oft Blusen etc. trage. Am Bügel trocknen lassen reicht.

    Ein Vorteil von modernen Stoffen (auch aus reiner Baumwolle). Vor der Automatisierung waren die Textilien ganz anders beschaffen und mussten entsprechend anders behandelt werden. :) Manche Behandlungen hat man trotzdem beibehalten. Eine lustige Art von Tradition, finde ich - wo doch die wenigsten Menschen gerne bügeln. ;)

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    1. Hallo Stadtpflanze,

      lustig, wie man unabhängig voneinander auf die gleiche Post-Idee kommt ;)

      Obwohl ich finde, dass unsere Sammlungen wirklich noch im Rahmen sind. Wenn ich da z.B. bei meinen Eltern in den Keller schaue, ui ui ui ... Da sind noch Gerätschaften aus den 80ern dabei.

      Dann gehöre ich wohl zu der selten Spezies der Bügler *g* Ich mache das eigentlich ganz gern bzw. muss es allen schon beim Nähen machen. Und die Klamotten bekomme ich auch beim Trocknen nicht so glatt, wie ich es gerne hätte - aber vielleicht bin ich da auch etwas pingelig, wer weiß ;)

      LG, Saranesu

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